12. April 2007
Für Videotheken wird es eng: Im zweiten Quartal will T-Online DSL-Nutzern den legalen Download von Hollywood-Filmen starten - sogar Kopieren soll erlaubt sein. T-Online wird ab dem zweiten Quartal eine Online-Videothek betreiben, bei der das Brennen der Filme auf DVD erlaubt ist. Das Angebot werde mit Filmen des Hollywood-Produzenten Universal starten, teilte die Sparte der Deutschen Telekom am Mittwoch in Darmstadt mit. Universal, eine Tochter des US-Konzerns General Electric (GE), ist bereits seit vier Jahren T-Online-Partner für den Video-on-Demand-Dienst, bei dem allerdings das Brennen der Filme nicht erlaubt ist.Bei der Brenn-Option setze das Unternehmen auf das Programm fluxDVD, das an der dänischen Universität Aarhus entwickelt worden sei. Mit ihm könnten die Kunden die Filme auf jedem handelsüblichen DVD-Player ohne einen Computer abspielen. Ein Kopierschutz solle sicherstellen, dass nur eine Kopie des Films produziert werde, hieß es weiter.Die Filme sollen parallel zum DVD-Verkauf erscheinen und preiswerter angeboten werden als im Handel. Der Dienst soll nicht nur T-Online-Kunden, sondern auch denen anderer DSL-Anbieter offenstehen
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1. Januar 2007
Die umstrittene Rundfunkgebühr auf Computer tritt am 1. Januar in Kraft. Sie beträgt zunächst 5,52 Euro und entspricht damit der bisher ausschließlich zur Radionutzung erhobenen monatlichen Grundgebühr. Die so genannte PC-Gebühr wird jedoch nur für jene Nutzer oder Betriebsniederlassungen fällig, die über einen internetfähigen Rechner verfügen, aber noch keine Radio- oder Fernsehgebühr entrichten.Die Einführung war heftig umstritten. Selbständige und Unternehmen kritisierten, dass damit jeder Computer, auch wenn er nicht zum TV-Empfang benutzt werde, unter die Regelung falle. Die Vereinigung der Rundfunkgebührenzahler legte vor dem Bundesverfassungsgericht Beschwerde ein. Der Verband beklagte auch, dass etwa Selbständige, die zu Hause bereits GEZ-Gebühr bezahlten, dies nun auch noch mal an ihrem Arbeitsplatz tun müssten. Mit einer Entscheidung wird im ersten Quartal 2007 gerechnet.Experten erwarten, dass die Karlsruher Richter dabei das gesamte bisherige System der Rundfunkgebührenerhebung, die eigentlich für jedes einzelne Gerät gilt, überprüfen. Diskutiert werden bereits Vorschläge, die eine Haushalts- oder Bürgerabgabe vorsehen. Zuletzt warnten der neue ARD-Vorsitzende Fritz Raff und der Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, Kurt Beck (SPD), in ddp-Interviews vor einer zu raschen Umstellung. Sie befürchten bei einem neuen Erhebungssystem finanzielle Verluste für die Sender.
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27. Dezember 2006
Der Premiere-Konkurrent easy.TV wird Ende März des kommenden Jahres eingestellt. Gleichzeitig wurde der Vertrag mit der ORF-Tochter Österreichische Rundfunksender (ORS) aufgekündigt, die Satellitenausstrahlung über Astra, 19,2° Ost endet zu diesem Zeitpunkt. Primacom-Sprecher Günter Pollersbeck bestätigte entsprechende Informationen dem Magazin “Sat+Kabel” (onlineausgabe). Der Mainzer Kabelnetzanbieter betreibt das Angebot über seine Tochter Decimus. “Wir haben uns aus wirtschaftlichen Gründen entschieden, easy.TV einzustellen”, erklärte Pollersbeck dem Online-Dienst. Was mit den betroffenen Mitarbeitern passiere, bliebe noch offen. Nach Angaben des Sprechers lägen dazu noch keine Informationen vor. Eine Wiederaufnahme zu einem späteren Zeitpunkt oder die Ausstrahlung über alternative Plattform sei nicht vorgesehen, hieß es. Primacom hatte am Nachmittag mitgeteilt, dass der Vertrag mit ORS zum 15. März 2007 ende.
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24. Dezember 2006
SPD spricht von “digitalem Hausfriedensbruch”
Mit den Stimmen von CDU und FDP hat der Landtag von Nordrhein-Westfalen am 20. Dezember 2006 eine Änderung des Verfassungsschutzgesetzes des Landes beschlossen. Demnach dürfen die Behörden auch mit rechtlicher Deckung private Computer unerkannt überwachen.Das neue Gesetz ist die erste Regulierung der so genannten “Online-Hausdurchsuchung”, die in Deutschland bereits stattfindet. Der Bundesgerichtshof hatte diese Praxis bereits für illegal erklärt. Auch die Bundesregierung plant einem Bericht der taz zufolge bereits ein Gesetz, das die Online-Durchsuchung von Privatrechnern legitimiert.In NRW ist das nun bereits gestattet. Laut einer Mitteilung des Landtages bezeichnete Peter Biesenbach (CDU) das Gesetz als “gute Lösung”. Karsten Rudolph (SPD) dagegen meint: “Das Auslesen von Festplatten ist ein schwerwiegender Eingriff in die Grundrechte, staatlich organisierter Hausfriedensbruch.” Der Gesetzesentwurf (PDF), der bereits im Juli 2006 vorgelegt wurde, nennt im Vorwort als Notwendigkeit der erweiterten Befugnisse des Verfassungsschutzes vor allem die Terrorabwehr. Gegenüber einem Verdächtigen ist laut dem Gesetzestext nun auch “insbesondere die verdeckte Teilnahme an seinen Kommunikationseinrichtungen bzw. die Suche nach ihnen sowie der heimliche Zugriff auf Informationstechnische Systeme auch mit Einsatz technischer Mittel” durch den Verfassungsschutz erlaubt.Das Gesetz schränkt zwar auch ausdrücklich ein, dass dies nur unter den Voraussetzungen des Artikels 10 des Grundgesetzes (Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis) erfolgen dürfe. Ob eine solche Überwachung jedoch überhaupt verfassungsgemäß sein kann, ist noch umstritten. So sagte auch die innenpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Monika Düker: “Ich halte den Gesetzentwurf für verfassungswidrig. “Das Nordrhein-westfälische Gesetz geht auf die Details einer Online-Durchsuchung nicht ein. Laut eines Interviews des ORF mit dem Geschäftsführer des österreichischen IT-Sicherheitsunternehmens Ikarus Software, Josef Pichlmayr, stehen den Behörden für solche Maßnahmen bereits effektive Mittel zur Verfügung. Laut Pichlmayr sind die so genannten “Baukasten-Trojaner”, die auch Verfassungsschützer einsetzen sollen, in den letzten Jahren sehr viel effektiver geworden. Sie würden von den Ermittlern auch regelmäßig gegen Erkennungssysteme wie Virenscanner getestet, wobei sie nicht entdeckt würden.Pichlmayr verweist auf Erfahrungen in den USA, wo das FBI seit den 90er-Jahren ein System namens “Magic Lantern” einsetzen soll, das auf dem kommerziellen Trojaner “D.I.R.T.” basiert, der von einem Privatunternehmen an Behörden verkauft wurde. Die Nachrichtenagentur AP hatte über “Magic Lantern” bereits Ende 2001 berichtet, die US-Behörden leugneten die Existenz des Projekts bisher nicht. Bei seiner Arbeit will der österreichische Sicherheitsexperte bereits auch einmal Signaturen eines D.I.R.T.-Trojaners entdeckt haben, dessen Herkunft sich aber nicht zweifelsfrei belegen ließ.
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21. Dezember 2006
Bekleidung ist der Umsatzrenner Einer Studie von TNS Infratest zufolge kann der deutsche Versandhandel 2006 Waren im Wert von 10 Milliarden Euro absetzen, soviel wie nie zuvor. Damit steigen die Umsätze gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent. In manchen Versandbranchen geht schon fast jede zweite Bestellung online ein. So sind der Studie zufolge rund 44 Prozent aller Bestellungen von Bekleidung über Heimtierbedarf, Möbel, Unterhaltungselektronik bis zu Weinen in diesem Jahr bereits online getätigt worden. Besonders erfolgreich sind Versender, die sowohl per klassischen Katalog als auch per Internet arbeiten. Mit einem Internetumsatz von 3,95 Milliarden Euro entfallen fast 40 Prozent des gesamten deutschen Onlinevolumens im Einzelhandel auf diese Unternehmen. Die reinen Internethändler folgen an zweiter Stelle mit 2,5 Milliarden Euro.Wertmäßig stehen die Ausgaben für Bekleidung, Textilien und Schuhe an der Spitze. Mit dieser Warengruppe sollen 2006 insgesamt 2,8 Milliarden Euro Umsatz gemacht werden. Danach folgen Bücher, CDs und DVDs mit insgesamt 1,8 Milliarden Euro und Unterhaltungselektronik mit 1,2 Milliarden Euro. Nach der Studie, bei der 24.000 Konsumenten in Deutschland befragt wurden, haben schon 27,1 Millionen Deutsche einmal per Internet bestellt. Knapp 52 Prozent davon sind Männer, gut 48 Prozent Frauen. Die Bestellgewohnheiten im Versandhandel differieren jedoch: Männer bestellen am liebsten online (59 Prozent), während Frauen das Telefon bevorzugen, denn fast die Hälfte ihrer Bestellungen wird telefonisch getätigt, 37 Prozent gehen per Internet ein.Im Westen der Republik gehen 48 Prozent aller Versandhandelsbestellungen online ein, im Osten sind es knapp 31 Prozent. Zwar kaufen die Jüngeren häufiger online ein als Ältere, doch auch Letztere erobern das Netz. Fast 14 Prozent der Surfer über 60 kaufen inzwischen per Mausklick, beinahe jede zehnte Bestellung stammt schon von einem Kunden dieser Altersgruppe. Bis zum Jahr 2010 rechnet der Bundesverband des deutschen Versandhandels damit, dass rund die Hälfte aller Versandumsätze online erzielt werden könnten.
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20. Dezember 2006
Bargeldersatz Visa Contactles kommt 2007 nach Europa Bis Ende 2007 will Visa seine berührungslose Bargeldalternative “Visa Contactless” nach Europa bringen. Mit den Karten sollen einfache Güter des täglichen Bedarfs aus dem unteren Preissegment - beispielsweise Zeitungen oder der morgendliche Kaffee - im Vorbeigehen bezahlt werden können. Zunächst soll “Visa Contactless” in London starten und später auf ganz Großbritannien ausgeweitet werden. Alle Partnerbanken von Visa in Großbritannien sollen ihren Kunden entsprechende Karten ausgeben können, die zur Bezahlung mit einem kontaktlosen Gerät ausgelesen werden. Der Zahlvorgang mit “Visa Contactless” soll damit in rund einer halben Sekunde abgeschlossen sein. Visa will vor allem die Zahlung kleiner Beiträge abwickeln und verweist darauf, dass bei 75 Prozent aller Bargeldzahlungen Beträge von unter 10 Pfund beglichen werden. Nun geht es erst einmal darum, die Händler für das System zu gewinnen. Im März 2007 sollen dann weitere Informationen zur Einführung veröffentlicht werden.
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